Das Große Parterre oder Luststück vor dem Schloß war ein
Festsaal im Freien zum Sehen und Gesehenwerden. Buchsbaumornamente
(elf Kilometer, 110.000 Einzelpflanzen), Taxuspyramiden, Gartenplastiken
und Wasserspiele gliedern die 31.000 qm Gartenraum. Im Mittelpunkt
der acht Rechteckigen Beete steht die Glockenfontäne mit 164 Strahlen,
die alle von einer eigenen Lampe angestrahlt werden können.
Das bringt die Fontäne bei Dunkelheit ganz besonders zur
Geltung. Ringsherum sind vier von insgesamt 32 Sandsteinplastiken
zu einer Entführungsszene aufgebaut. Die übrigen 28
zeigen die Welt der klassischen Mythologie, Götter, Tugenden,
Jahreszeiten und Erdteile. Wie im Barock üblich, sind sie weiß
gestrichen, was Marmor vortäuschen soll. Die Figuren, um 1708
aufgestellt, stammen von verschiedenen Künstlern, unter ihnen
der hannoversche Bildhauer Christian Vicken, der Italiener Antonio
Laghi, der Holländer Pieter van Empthusen und der Holländer Arnold
Roßfeld. Die extreme Breite des Großen Parterre verweist auf holländische
Vorbilder. Französischen Ursprungs dagegen ist die Ausgestaltung
der vier inneren Teilstücke als Broderien, verschlungenen Ornamenten,
barocken Stickereimustern gleich.
Auf dem oberen Bild sind nicht
zu sehen: Die Erdteile - Europa und Amerika.