Großer Garten Herrenhausen - Zahlen, Daten, Fakten    
  Zusammengetragen aus diversen Quellen aus dem Internet 2004  
Allgemein

Ende des 17. Jahrhunderts legten die welfischen Kurfürsten vor den Toren der Stadt Hannover eine Sommerresidenz
an und machten Herrenhausen zu einem kulturellen Anziehungspunkt in Europa. Der ca. 50 ha große Barockgarten ist
nahezu unverändert als Zeugnis seiner Zeit erhalten geblieben.
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1666 ist das Geburtsjahr eines für Europa wohl einmaligen Gartengebietes, in dem die wichtigsten Stilrichtungen
der Gartenkunst bis heute authentisch überliefert sind: die barocke Gartenkunst im französischen Stil, der
englische Landschaftsgarten und der botanische Garten. Auf einer Fläche von 135 Hektar ließen die hannoverschen
Kurfürsten und Könige vom 17. bis ins 19. Jahrhundert den Großen Garten, den Berggarten, den Georgengarten und
den Welfengarten anlegen – die Herrenhäuser Gärten. Wir laden Sie ein, die Königlichen Gärten zu entdecken. Die
Vielfalt und Vielgestaltigkeit wird Sie überraschen. Kaum eine Spielart, die von den Schöpfern dieser Gärten
ausgelassen wurde. Es nur zu erzählen, wäre zu wenig.
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Schon weithin sichtbar schleudert die Große Fontäne ihren Wasserstrahl bis zu 80 Meter hoch in den Himmel und
weist damit den Weg zu einer historischen Barockanlage, deren Anfänge bis in das Jahr 1666 zurück reichen: dem
Großen Garten.
Auf einer Fläche von 50 Hektar führen die im geometrischen Muster angelegten Wege zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten.
So auch zu Deutschlands ältestem Heckentheater. Es wurde Ende des 17. Jahrhunderts auf den Wunsch des Kurfürsten
Ernst August und seiner Gemahlin Sophie hin erbaut - und wird noch heute während der Sommermonate im Rahmen der
"Festwochen" bespielt. Wer lieber barocke Blumenpracht bewundern möchte, sollte durch das Große Parterre mit
seinen Buchsbaumornamenten und blühenden Blumenrabatten spazieren. Vor dem Galeriegebäude mit seinem prunkvoll
ausgemalten Orangeriesaal lädt das Orangenparterre im Sommer zum Lustwandeln zwischen Orangenbäumchen ein. Ein
Irrgarten fordert die Phantasie der Besucher heraus. Sondergärten zeigen die Entwicklung der Gartenkunst von der
Renaissance bis hin zum Rokoko.
Nach dem Spaziergang entlang der scheinbar endlosen Hecken und Lindenalleen versorgt die "Schloßküche" den Besucher
zu seinem leiblichen Wohl. Sie liegt eingebettet in die Nutzpflanzenkulturen des Feigengartens mit Blick auf die
Grotte, die derzeit von der Künstlerin Niki de Saint Phalle ausgestaltet wird.
Als technische Denkmale gehören auch die außerhalb des Großen Gartens gelegene Schleuse und die Wasserkunst an der
Leine funktional zum Großen Garten. Beide wurden im 18. Jahrhundert angelegt, um die Wasserspiele in der barocken
Gartenanlage zu betreiben.
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Herzog Georg von Calenberg ließ 1638 in der Nähe des Dorfes Höringehusen ein Vorwerk zur Versorgung des hannoverschen
Hofes anlegen. Als sein Sohn Johann Friedrich 1655 an die Macht kam, benannte er den Ort in Herrenhausen um, ließ hier
ein Schloß errichten und beauftragte seinen Gärtner Michael Grosse mit der Anlage eines ersten Lustgartens, der
zunächst die Fläche des heutigen Großen Parterres einnahm.
Seine eigentliche Entwicklung erfuhr der Garten während der Regierungszeit von Kurfürst Ernst August. Vor allem
seine Frau, Kurfürstin Sophie, wurde zur Gestalterin des Großen Gartens. Sie hatte ihre Jugend in Holland verbracht
und ließ den Garten in Erinnerung an die holländischen Barockanlagen anlegen. Unter der Leitung des Gärtners Martin
Charbonnier entstand bis 1714 der Große Garten in seiner heutigen Form und Größe, ein nicht ganz regelmäßiges
Rechteck, das durch einen künstlichen Wassergraben und Baumreihen begrenzt wird.
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts fiel der Große Garten schließlich in eine Art 100jährigen Dornröschenschlaf,
da sich die folgenden Regenten kaum um die Anlage kümmerten. Ein Glücksfall für Herrenhausen, denn während noch im
18. Jahrhundert viele Fürsten damit begannen ihre Barockgärten dem Zeitgeschmack folgend in Landschaftsgärten
umzugestalten, blieb der Große Garten in seiner barocken Form unverändert erhalten. 1862 erklärte Georg V.
Herrenhausen zu seiner ständigen Residenz. Doch dieser neuen Bedeutung des Großen Gartens wurde 1866 durch den
Verlust von Land und Krone schnell wieder ein Ende gesetzt und die Anlage begann zu verfallen.
1936 erwarb die Stadt Hannover den Garten und setzte ihn wieder instand. Aber der 2. Weltkrieg, in dem auch das
Schloß durch Brandbomben völlig zerstört wurde, machte diese Arbeit wieder zunichte. Die Anlage mußte erneut
wiederhergestellt werden und erstrahlte schließlich zum 300. Geburtstag des Gartens im Jahr 1966 wieder in
altem Glanz. Der Große Garten wird auch weiterhin durch kontinuierliche Restaurierungsarbeiten aufgewertet
und zählt heute zu den bedeutendsten barocken Gartenanlagen Europas.
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Mit 1219 Lindenbäumen in vier Reihen verbindet die Herrenhäuser Allee die hannoversche Innenstadt mit den Gärten
der ehemaligen Sommerresidenz des hannoverschen Königshauses in Herrenhausen. Wesentliche Teile dieser Gartenanlage
sind über die Jahrhunderte hinweg unverändert geblieben. So sind die Herrenhäuser Gärten ein einmaliges Zeugnis
verschiedener Epochen der europäischen Gartenkunst.
Die Vorgeschichte des Großen Gartens beginnt im Dreiigjährigen Krieg. 1638 ließ Herzog Georg von Calenberg bei
dem Dorf Höringehusen ein Vorwerk anlegen, aus dem sich bis zum Anfang des achtzehnten Jahrhunderts das
Gesamtkunstwerk Großer Garten entwickelte. Während der Regierungszeiten der Herzöge Christian Ludwig (1641-1648)
und Georg Wilhelm (1648-1665) wurden nur einzelne Gebäudeteile errichtet. Erst der dritte Sohn Georg von Calenbergs,
Herzog Johann Friedrich (1665-1679) hatte größere Pläne. Er taufte das Vorwerk Höringehusen in Herrenhausen um und
ließ es zur Sommerresidenz ausbauen. Johann Friedrich weilte oft, manchmal monatelang, in Italien. Die venezianischen
Villen mit ihren Gärten waren das Vorbild für sein Herrenhausen. Zunächst, 1666, machte sich der Gärtner Michael
Grosse an die Arbeit, dann, von 1674 an, der Franzose Henri Perronet, vermutlich nach einem Entwurf des venezianischen
Architekten Hieronymo Sartorio.
Zur Anlage von Wasserkünsten wurde der französische "Fontainizer" Cadart berufen, der 1676 die Große Kaskade schuf.
Der "Grottierer" Michael Riggus aus Augsburg entwarf die im gleichen Jahr erbaute Grotte, die im frühen 19. Jahrhundert
stark verändert wurde. Als Johann Friedrich 1679 starb, hinterließ er eine quadratische Gartenanlage, die schon die
Hälfte der heutigen Größe erreicht hatte und bereits mit Wasserspielen, Bildwerken und Kübelpflanzen ausgestattet
war. Mit dem Herzog und späteren Kurfürsten Ernst August (1679-1698, Kurwürde 1692) begann die wichtigste Epoche
für Herrenhausen. In diesen Jahren gewann der hannoversche Hof politischen Einfluß in Europa und vermehrte Hofstaat
und Glanz. Karneval nach venezianischem Vorbild, Gondelfeste und Illumination machten Herrenhausen weithin berühmt.
Besonders Sophie, die Gemahlin Ernst Augusts, sorgte für die weitere Ausgestaltung des Großen Gartens, den sie " mein
Leben" nannte. Sie ließ den wahrscheinlich aus Frankreich stammenden Gärtner Martin Charbonnier nach Herrenhausen
kommen, der drei Jahrzehnte lang die Gestaltung des Großen Gartens wesentlich bestimmte. In dieser Zeit entstanden
das Gartentheater mit der kleinen Kaskade; die Figuren des Großen Parterres; die Südhälfte des Gartens, der "Noveau
Jardin" ; ein Umfassungsgraben, die "Graft" ; Pavillons von Remy de la Fosse und das Galeriegebäude nach Plänen des
Architekten Johann Peter Wachter. Als 1714 die Kurfürstin Sophie inmitten ihres geliebten Gartens starb, war das Werk
vollendet, das italienischen und französischen mit holländischem Stil verband ; holländisch war die Umschließung des
Gartens mit einem Wassergraben und das in die Breite gezogenen Große Parterre.
Als Schöpfer des Großen Gartens gelten Kurfürstin Sophie und Martin Charbonnier. Nicht zu vergessen sind aber auch
der Rat und der Einfluß bedeutender Geister, Menschen, die Sophie um sich versammelte, unter ihnen der Gelehrte
Gottfried Wilhelm Leibniz. Er lebte 40 Jahre am Hofe der Welfen. Kurfürstin Sophie war die Tochter von Kurfürst
Friedrich V. von der Pfalz und Elisabeth Stuart, einer Tochter Jakob I. von England. Sie war die letzte evangelische
Stuart, so daß ihr und ihren Nachkommen die Thronfolge zufiel. Drei Monate nach ihrem Tod bestieg ihr Sohn, Kurfürst
Georg Ludwig, als König Georg I. im Oktober 1714 den englischen Thron. Obwohl er in London residierte, kehrte Georg I.
oft nach Herrenhausen zurück. Er schickte englische Techniker zur Verbesserung der Wasserkünste, so daß 1719 auch die
Große Fontäne fertiggestellt werden konnte. 1720-1723 ließ er für den inzwischen stark vergrößerten Bestand an
Kübelpflanzen, die zuvor im Galeriegebäude überwintert wurden, eine neue Orangerie bauen; 1726 die Herrenhäuser
Allee anlegen. Georg II. (Regierungszeit 1727-1760) weilte nur noch selten in Herrenhausen, und Georg III.
(1760-1820) hat es niemals besucht. So kam es, daß die Barock-Anlag e erhalten blieb, als im Zuge der Gartenrevolution
Mitte des 18.Jahrhunderts fast alle anderen Barockgärten in Landschaftsgärten umgewandelt wurden. Nach dem Ende der
Personalunion mit England und der Rückkehr der Welfen 1837 (König Ernst August, 1837-1851) in das Königreich Hannover,
wurde zwar das Georgenpalais Sommerresidenz, doch der Große Garten wurde erneuert. 1862 machte dann Georg V., König
von Hannover, Herrenhausen zu seiner ständigen Residenz. Damals schien es, als käme Herrenhausen wieder zu politischer
Bedeutung. Doch bereits im Krieg von 1866 verlor der König Krone und Land, Hannover wurde preußische Provinz.
Herrenhausen blieb im Besitz des Welfenhauses, allerdings unter preußischer Verwaltung. Abermals war der Garten ohne
repräsentative Aufgabe. So blieb er von Umgestaltungen verschont, aber gepflegt wurde er auch nicht ausreichend. 1936
erwarb die Stadt Hannover die Herrenhäuser Gärten und restaurierte sie. Dabei wurden einige Veränderungen vorgenommen:
westlich des Großen Parterres wurde eine Aussichtsplattform eingefügt; die vier im Grundwasser gelegenen Karpfenteiche
hinter dem Großen Parterre wurden angehoben und in Stein gefaßt; an Stelle gleichförmiger Boskettbäume hinter den
Teichen wurden Sondergärten geschaffen, um Beispiele der Gartenkunst von der Renaissance bis zum Rokoko darzustellen
(der Niederdeutsche Blumengarten, der Renaissancegarten, der Barockgarten, der Rokokogarten, der Niederdeutsche
Rosengarten, der Rasengarten, der Inselgarten und der Springwassergarten); die Buchsbaumornamente des Großen Parterres
wurden nach historischen Vorlagen gepflanzt und nach holländischen Vorbildern mit Sommerblumen ausgefüllt. Die Bomben
des Krieges zerstörten fast all das wieder, und nach dem Krieg wurde auf dem Großen Parterre Gemüse angebaut. Ende 1958
wurde ein Siebenjahresplan beschlossen, um alle Anlagen wiederherzustellen. Zu seinem 300. Geburtstag im Jahre 1966 war
der Große Garten schließlich in neuem Glanz erstanden, nur das Schloß als wichtiger Bezugspunkt des Gartens wurde
nicht wieder aufgebaut. Die historischen Gartenanlagen und Bauwerke können wieder genutzt werden. Regelmäßige Pflege
und Restaurierung sind erforderlich. Von Bürgern gespendete Gelder tragen zur Erhaltung des Gartendenkmals bei.

Mit einer Länge von 905 Meter und einer Breite von 555 Meter hat er eine Fläche von 50,2 Hektar.

Im Großen Garten befindet sich das besterhaltene Barock-Heckentheater Europas.

Hier springt mit 82 Metern die höchste Gartenfontäne des europäischen Festlands.

Die drei Meter hohen Hainbuchenhecken haben eine Länge von 15 Kilometern mit 37500 Pflanzen.

Die jährlich zu schneidende Oberfläche der Hainbuchen und der acht Meter hohen Kastenlinden beträgt 32 Hektar.

Die Buchsbaumornamente sind 20 Kilometer lang (300.000 Einzelpflanzen), davon im Großen Parterre elf Kilometer.

Diel Graft ist 2055 Meter lang, 28 Meter breit und etwa 2,1 Meter tief.

Als Blumenschmuck werden im Frühjahr und Herbst je etwa 140.000 Pflanzen benötigt.

Die älteste Kübelpflanze ist ein Granatapfelbaum, der 1653 aus Venedig nach Herrenhausen kam.

Das älteste Bauwerk im Großen Garten ist die Große Kaskade von 1676.

Die bedeutendsten Plastiken sind die Steinvasen von Christian Vickens, die 1707/1708 aufgestellt wurden.

Das größte Problem des Großen Gartens war die Große Fontäne. Der Franzose Cadart bemühte sich 14 Jahre lang (von 1675 bis 1689) um eine reibungslose Funktion, ehe er erfolglos aufgab.

Die bedeutendste Lücke des Großen Gartens entstand 1943 durch die Zerstörung des Schlosses.

In dem mathematisch konstruierten Garten gibt es keine exakten rechten Winkel; alle Winkel sind um 2,8 Grad verschoben.


Großes Parterre (Luststück)

Das 31.000 qm umfassende Große Parterre oder Luststück bildete ursprünglich das Gegenstück zu dem großen zentralen
Festsaal des Schlosses und dient heute als "Festsaal im Freien". Seine acht rechteckigen Beete werden an den Ecken
von 32 weiß gestrichenen Sandsteinplastiken geschmückt. Sie stammen von den Künstlern Christian Georg Vick, Antonio
Laghi, Pieter van Empthusen und Arnold Roßfeld.
Den Mittelpunkt des Großen Parterres bildet seit 1937 die Glockenfontäne, deren "Glocke" von 164 einzelnen
Wasserstrahlen gebildet wird. Jeder dieser Strahlen wird abends von einer eigenen Lampe angestrahlt, so daß die
Fontäne im Dunkeln besonders eindrucksvoll zur Geltung kommt. Eingerahmt wird die Glockenfontäne von vier Plastiken
des Italieners Antonio Laghi, die Frühling, Sommer, Herbst und Winter symbolisieren.
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Das Große Parterre vor dem Schloß war ein Festsaal im Freien zum Sehen und Gesehenwerden. Buchsbaumornamente,
Taxuspyramiden, Gartenplastiken und Wasserspiele gliedern den großflächigen Gartenraum. Im Mittelpunkt steht
eine Glockenfontäne mit 166 Strahlen. Sandsteinplastiken auf Sockeln säumen die Wege. Wie im Barock üblich,
sind sie weiß gestrichen, das soll Marmor vortäuschen. Sie zeigen die Welt der klassischen Mythologie, Götter,
Tugenden, Jahreszeiten und Erdteile. Die Figuren, um 1708 aufgestellt, stammen von verschiedenen Künstlern, unter
ihnen der hannoversche Bildhauer Christian Vicken, der Italiener Antonio Laghi, der Holländer Pieter van Empthusen
und der Holländer Arnold Roßfeld. Die extreme Breite des Großen Parterre verweist auf holländische Vorbilder.
Französischen Ursprungs dagegen ist die Ausgestaltung der vier inneren Teilstücke als Broderien, verschlungenen
Ornamenten, barocken Stickereimustern gleich.

Galeriegebäude

Die Galerie wurde zwischen 1694 und 1698 von Brand Westermann nach Entwürfen des kurpfälzischen Baumeisters
Johann Peter Wachter erbaut. Ursprünglich sah der Plan ein langgestrecktes Gebäude mit zwei pavillonartigen
Flügeln vor. Den Mittelbau sollte ein 200 Fuß langer Orangeriesaal zur Überwinterung der Pflanzen einnehmen.
Noch während der Bauarbeiten regte Kurfürstin Sophie an, den Zweck des Gebäudes so zu erweitern, daß der große
Saal zugleich als Festsaal und die Flügelbauten auch zum Wohnen genutzt werden können. Mit der Gestaltung der
Innenräume beauftragte die Kurfürstin den Venezianer Tommaso Giusti, der das Galeriegebäude mit Fresken schmückte.
Zum 300. Geburtstag des Großen Gartens im Jahr 1966 entwarf de dänische Architekt Arne Jackobsen eine
zurückhaltende Glashalle, die als Foyer bei Veranstaltungen dient.
In den Sommermonaten ist das Galeriegebäude eine der Spielstätten der "Festwochen in Herrenhausen".
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In dem Gesamtkunstwerk "Großer Garten" ist das Galeriegebäude von besonderer kunst- und kulturgeschichtlicher
Bedeutung. Ursrünglich sollte es nur als Überwinterungshaus (Orangerie) für die Orangenbäume im Orangengarten
dienen. Noch während der Bauzeit wurde die Zweckbestimmung auf Anregung der Kurfürstin Sophie geändert. Nach
italienischen und französischen Vorbildern sollte die Halle auch als Festsaal, bei schlechtem Wetter als
Wandelhalle dienen. Erbaut wurde die Galerie zwischen 1694 und 1700 von Brand Westermann nach Vorlagen des
kurpfälzischen Baumeisters Johann Peter Wachter. Kernstück ist der 77,6 Meter lange und 12,1 Meter breite
Orangeriesaal, der den ganzen Mittelbau einnimmt. Die beiden Flügel wurden zweigeschossig ausgebaut und waren
Wohnungen. Im Westflügel waren Räume für die Kurfürstin, im Ostflügel für die Prinzen. Die künstlerische
Innengestaltung des Galeriegebäudes besorgte der Venezianer Tommaso Gusti, der die gesamte Dekoration entwarf
und die Räume mit Fresken schmückte. Schön ist vor allem die Decke des Festsaales, die durch ein Bandornament
mit ockerfarbigen Profilen auf weißem Grund gegliedert wird. Die Fresken geben dem Raum Festlichkeit und Weite.
Bildszenen erzählen aus dem Leben des trojanischen Helden Aeneas, wie es Virgil überliefert hat. Die Bildszenen
sind als Ausdruck des Herrschafts- bzw. Ahnenanspruchs der hannoverschen Kurfürsten zu werten. Eine Parallele
dazu sind die kilometerlangen geschnittenen Hecken des Großen Gartens; hier hatte sich sogar die Natur dem
fürstlichen Willen zu unterwerfen. Betritt man das Galeriegebäude von der Gartenseite, so sieht man auf der
gegenüberliegenden Wand von links nach rechts folgende Bildszenen:
Flucht des Aeneas aus Troja -
Juno bittet Jupiter um die Zerstörung der Flotte des Aeneas -
Ankunft des Aeneas in Karthago und Empfang durch Dido -
Sturm auf die Stadt der Rutuler und Zweikampf des Aeneas mit deren König

Nach dem Tode Ludwig des XIV. ließ Kurfürst Georg Ludwig 28 Büsten römischer Kaiser in Paris ankaufen, die 20
Jahre vorher durch die französische Krone in Rom erworben sein sollen. Unter der Herrschaft Napoleons I. wurden
die Büsten 1803 nach Frankreich gebracht; 1816 wurden 14 Stück zurückgegeben. Im Galeriegebäude fand am 11.Juli
1945 die erste Opernaufführung nach dem Krieg in Deutschland statt.

Friederikenbrücke

Nach dem Ende der Personalunion mit England und der Rückkehr der Welfen in das Königreich Hannover 1837 wurde
das Georgenpalais vorübergehend Sommerresidenz. Um von hier eine direkte Verbindung zum Großen Garten zu haben,
wurde 1840 durch den Königlichen Hofbaumeister Laves die Friederikenbrücke erbaut.

Orangenparterre

In diesem durch Hecken und Tore abgeschlossenen Garten wurden im Sommer die Orangenbäume aufgestellt. Das
repräsentative Orangenparterre bildete ursprünglich eine Einheit mit dem Galeriegebäude, in dem die Bäume
überwinterten bis aus Platzgründen das neue Orangeriegebäude errichtet wurde.
1956 wurde das "Parterre à Oranges" von dem damaligen Gartenleiter K.H. Meyer erneuert und zusätzlich mit
Buchsbaumornamenten ausgeschmückt, um die barocke Pracht deutlicher zu dokumentieren.
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Die Orange wurde mit dem Halbgott Herkules in Verbindung gebracht und somit auch mit dem mythologischen
Paradies der Hesperiden. Jeder Fürst war bestrebt, einen Orangengarten anzulegen; da Orangenbäume in Mitteleuropa
nicht winterhart sind, muß ten Überwinterungshäuser, sogenannte Orangerien, gebaut werden. Der Gartenteil und das
dahinterliegende Orangeriegebäude bildeten in der Regel eine Einheit. Das war anfangs auch im Großen Garten so,
bis 1723 hinter dem Galeriegebäude eine neue Orangerie fertiggestellt wurde. Das von Charbonnier im Jahre 1695
entworfene Orangenparterre bestand lediglich aus reihenartig aufgestellten Orangenkübeln. Nach Auffassung von
Professor K. H. Meyer, der von 1936 bis 1968 Leiter der Herrenhäuser Gärten war, war dies nur eine provisorische
Anordnung, die dem dahinter liegenden Gebäude in keiner Weise gerecht wurde. Zur 300-Jahr-Feier wurde das
Orangenparterre prachtvoller ausgestaltet.

Orangerie

Um 1720 war der Bestand der königlichen Orangenbäume auf über 600 Stück angewachsen und das gegenüberliegende
Galeriegebäude bot für ihre Überwinterung nicht mehr ausreichend Platz. So entstand nach dem Entwurf von Johann
Christian Boehme bis 1723 das Orangeriegebäude. Seine klassizistische Fassade erhielt der eingeschossige
Fachwerkbau 1819 durch den Hofbaumeister Georg Ludwig Laves.
Noch bis 1969 diente das Orangeriegebäude der Überwinterung von Kübelpflanzen. Heute wird es ausschließlich
für Veranstaltungen aller Art genutzt.
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Ursprünglich war der Orangeriesaal im Galeriegebäude zur Überwinterung von Orangenbäumen und anderen Kübelpflanzen
gedacht. Weil im Saal oft Feste gefeiert wurden und die Zahl der Kübelpflanzen immer größer wurde, baute Johann
Christian Boehme 1720-1723 die neue Orangerie. Der königliche Hofbaumeister Laves gab ihr 1819 eine klassizistische
Fassade.
Orangerien gehören zu den Vorläufern der Gewächshäuser, die sich erst dann durchsetzten, als Glas billig herzustellen
war. 1969 wurde für die Kübelpflanzen in der Nähe des Großen Gartens ein 13 Meter hohes Gewächshaus gebaut. Seitdem
kann das Galeriegebäude als Ausstellungsraum intensiver genutzt werden.

Foyer/Arkaden

Zum 300jährigen Bestehen des Großen Gartens im Jahre 1966 wurde an der Schmalseite des Galeriegebäudes ein Foyerbau
für Musik- und Theatervorstellungen gebaut. Um die Gartenanlage nicht zu verfremden, entwarf der dänische Architekt
Arne Jacobsen eine Halle mit Wänden aus Glas in Flucht der gußeisernen Arkaden an der Gartenseite des Foyers. Die
Arkaden stammen aus dem letzten Jahrzehnt der Regierung von König Georg V. (1852-1866).

Bronzetafel

Eine Bronzetafel mit dem Grundriß des Gartens steht am Rand des Ehrenhofes. Dort verläuft die Hauptachse des
Gartens mit dem Bezugspunkt der gesamten Anlage, hier stand auch das Schloß.

Große Kaskade

Die Große Kaskade stammt aus der Frühzeit des Großen Gartens. Sie entstand 1676 und ist das älteste Bauwerk des
Gartens, ein italienisches Gartenrequisit mit Muscheln, Tropfsteinen und Plastiken.

Sondergärten

Südlich der Schwanenteiche befindet sich eine Zone mit Boskettgärten. Die geometrisch geschnittenen
Hainbuchenhecken bilden lange schattige Gänge, kleine Nischen und abgeschlossene Räume. Bosketts waren
früher beliebte Treffpunkte für verschwiegene Zusammenkünfte.
Im Mittelpunkt der äußeren Boskettgärten stehen Säulentempel aus Holz, die einzelnen Bosketts haben kleine
Wasserbecken in ihrer Mitte.
Die acht mittleren Sondergärten sind verschiedenen Themen gewidmet:

Niederdeutscher Rosengarten
Rasengarten
Inselgarten
Renaissancegarten
Barockgarten
Rokokogarten
Niederdeutscher Blumengarten
Springwassergarten

Renaissancegarten

Der Renaissancegarten zeigt einen kleinen Ausschnitt aus der bedeutendsten Gartenschöpfung des frühen 17.Jahrhunderts
in Deutschland dem Hortus Palatinus am Heidelberger Schloß. Vier Knotenbeete dieses untergegangenen Gartenkunstwerkes
sind hier nachgebildet. Die Beete bilden Ornamente sich überschneidender Bänder, ein Motiv der islamischen Kunst, in
der man es zur Verzierung von Marmor- und Mosaikfußböden, Teppichen, Wänden und Decken verwendete. In Europa waren
solche Knotenbeete in der Renaissance besonders in Italien und England beliebt. Mit einem bandförmigen Ornament ist
auch die Decke des Galeriegebäudes von dem Italiener Tommaso Gusti verziert worden.

Niederdeutscher Blumengarten

Die Anlage dieses in Vierecke aufgeteilten Gartens erinnert an Gärten der Renaissance. Die Beete werden jedes Frühjahr
mit Sommerblumen bepflanzt. Geschnittene Buchsbäumchen beleben die seitlichen Rabatten.

Barockgarten

Dieser Garten ist das Beispiel eines französischen Barockgartens. Die Ornamente sind nur noch mit farbigem Kies
gestaltet, Blumen gibt es nicht. Begrenzt durch eine seitliche Stützmauer liegt das Parterre in einer Vertiefung.
Das Ornament ist aus der Lyraform entwickelt und hat als Mittelpunkt ein Wasserbecken.

Rokokogarten

Die Symmetrie des barocken Gartens ist im Rokoko erhalten geblieben. Die reichverzierten Stickereimuster weichen
jedoch immer mehr einfacheren Rasenparterres und zeigen auf Rasengrund ein schlichteres Spiel der Buchsbaumlinien.

Inselgarten

Der Inselgarten erinnert an alte Wasserburgen: Ein Wassergraben umschließt eine Insel, zu der zwei Brückenstege
führen. In der Mitte der Insel liegt ein barockes Kiesparterre, mit Buchsbaum umfaßt. Den Steinrand schmücken
Terrakotten mit Agapanthus.

Springwassergarten

Dieser besteht aus einem kleinen Parterre-Rechteck, das ein Ornament aus dem Schloßgarten Vaux-Le-Vicomte zeigt,
dessen Schöpfer der Gartenkünstler LeNôtre war. An den Längsachsen wird das Parterre von je fünf Springwasserbecken
gerahmt, die durch schmale Kanäle verbunden sind.

Rasengarten

Viele Barockgärten besaßen eine eingesenkte Rasenfläche, die Boulingrin nach dem englischen Bowlinggreen genannt
wurde, so nach einem englischen Kugelspiel. Die Verzierung der Rasenfläche entwickelte sich jedoch zu einem eigenen
Stilmittel der barocken Gartenkunst.

Niederdeutscher Rosengarten

Der Niederdeutsche Rosengarten gehört zum Typ der Liebesgärten aus der Zeit um 1600. An den Ecken stehen Lauben, in
denen einst Musikanten aufspielten; dazu wandelten Paare zwischen den Rosenbeeten.

Große Fontaine im Nouveau Jardin

Eine der Hauptattraktionen des Großen Gartens und unumstrittener Mittelpunkt des Nouveau Jardin ist die
"Große Fontäne". Sie wurde bereits um 1700 erbaut und schleuderte nach anfänglichen Problemen mit der
Wasserzufuhr erstmals 1721 ihr Wasser 36 Meter hoch. Nachdem die Technik weiter verbessert wurde, erreichte
der Strahl 1856 schon 56 Meter und kann heute bei guter Witterung ca. 80 Meter erreichen.
Das Wasser der Großen Fontäne wird durch einen 4 Millimeter breiten, kreisförmigen Schlitz gepreßt und
erreicht dabei eine maximale Geschwindigkeit von 140 Stundenkilometern. Da der Wasserstrahl hohl ist,
schießt die Fontäne stündlich nur rund 500 Kubikmeter Wasser in die Höhe.
Die südliche Gartenhälfte wurde zwischen 1699 und 1709 an den zunächst quadratischen Garten angebaut.
Der sogenannte "Nouveau Jardin" wird durch zwei Alleen geviertelt und diese Viertel werden wiederum in
je acht stumpfe Dreiecke unterteilt. Diese "Triangeln" sind von Hainbuchenhecken umgeben und mit Bäumen
bepflanzt. Die einzelnen Viertel haben je eine achteckige "Kleine Fontäne". Am östlichen und westlichen
Ende der Querachse liegen die "Halbmonde" und am südlichen Ende der Längsachse der "Vollmond", der durch
eine doppelte Baumreihe besonders hervorgehoben wird. Die südwestliche und südostliche Ecke des Großen
Gartens werden jeweils durch einen Pavillon von Remy de la Fosse betont.
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Die Große Fontäne steigt im Mittelpunkt der hinteren Gartenhälfte in die Höhe. Bereits 1700 wurde das Becken
gebaut; 1720 sprang die Fontäne erstmals und erreichte eine Höhe von 36 Metern. Nach und nach wurde die Technik
verbessert, so daß der Strahl 1856 auf 67 Meter und 1956 bis zu 82 Metern aufstieg. Damit besitzt Herrenhausen
die höchste Gartenfontäne des europäischen Festlands. Bis heute ist die Düse der Großen Fontäne unverändert geblieben.
Durch einen vier Millimeter engen Rundschlitz wird das Wasser hindurchgepreßt und erhält dadurch eine Geschwindigkeit
von 140 km/h. Da der Wasserstrahl hohl ist, kommt die Große Fontäne mit 500 Kubikmetern Wasser pro Stunde aus.

Kleine Fontänen (Sternfontänen)

Die hintere Gartenhälfte (Noveau Jardin) setzt sich aus vier Quadraten zusammen, in deren Mittelpunkt seit 1706 kleine
Fontänen springen.

Halbmonde und Vollmond

Als Abschluß der großen Quer- und Längsachse des Noveau Jardin bilden die Lindenalleen die Form eines Halb- oder
Vollmondes.

Pavillons von Remy de la Fosse

lm Blickpunkt der Lindenalleen entlang der Graft wurden 1708/1709 zwei Pavillons des Architekten Remy de la
Fosse aufgestellt. Einer dieser Holzbauten brannte nach einem Blitzschlag ab. In alter Form wurde ein Pavillon
in massiver Bauweise neu aufgebaut, 1757 wurden sie mit Büsten antiker Denker ausgeschmückt, die der Bildhauer
Johann Friedrich Zieseniss lieferte.

Graft

Dieser Wassergraben umschließt den Großen Garten auf drei Seiten und grenzt ihn gegen die Umgebung ab. Die
Seitenwälle des Grabens schützten den Garten vor Überschwemmungen bei Hochwasser der Leine. Die Graft wurde
von 1696 bis 1700 von Soldaten ausgehoben; Militärkapellen machten Musik dazu. 2055 Meter lang ist der Wassergraben,
120834 Kubikmeter Erde mußten bewegt werden.

Gartentheater

Dieses Boskett- oder Heckentheater entstand in den Jahren 1689 bis 1692 unter der Leitung von Brand
Westermann. Für die Pflanzungen war der Gärtner Martin Charbonnier verantwortlich.
Die Bühne ist eine rund 62 x 58 Meter große rechteckige Fläche, die sich nach hinten verjüngt und leicht
ansteigt, wodurch eine perspektivische Wirkung erzielt wird. Vergoldete Bleifiguren und Taxuspyramiden
bilden den Abschluß der Hainbuchenhecken, die gleichzeitig als Kulisse und Umkleidekabine dienen.
Der Zuschauerraum ist im Stil eines Amphitheaters gestaltet und bietet ungefähr 1000 Besuchern Platz.
An der Rückfront des Gartentheaters erbaute Johann Friedrich de Münter 1892 die "Kleine Kaskade".
Aufführungen im Gartentheater finden unter anderem in Verbindung mit den "Festwochen in Herrenhausen" statt.
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Zu vielen höfischen Gärten benutzte man Kulissentheater, die je nach Bedarf irgendwo im Garten aufgeschlagen
und wieder entfernt wurden. Parallel dazu entwickelten sich Hecken- oder Boskett-Theater als feste Einrichtung.
In Herrenhausen wurde zwischen 1689 und 1692 ein solches Theater gebaut. Hainbuchenhecken bilden die Kulissen
und Umkleideräume, daher der Name Heckentheater. Vergoldete Figuren schmücken die Bühne. In dem im Stil eines
Amphitheaters gestalteten Zuschauerraums finden etwa 1000 Besucher Platz; Sandsteinputten, die Jahreszeiten
darstellend, verzieren die Abschlußmauer. Es ist nicht bekannt, wer das Heckentheater entworfen hat. Die
Bauarbeiten leitete Brand Westermann, die gärtnerischen Martin Charbonnier.

Königsbusch

Dieses ist ein von Hecken umschlossener Vorraum. Er stellt das Foyer dar, das gleichzeitig mit dem Gartentheater
erbaut wurde. Inmitten des Königsbusches liegt ein quadratischer Raum mit Nischen, in dem Sandsteinplastiken der
Herzöge Georg von Calenberg und Ernst August von Hannover, des Prinzen Georg Ludwig (später Georg I.) und der
Herzogin Sophie stehen. Diese Bildwerke wurden um 1690 von dem Holländer Arnold Roßfeld gefertigt.

Irrgarten

Nach einem Plan aus dem Jahr 1674, vermutlich von Henry Perronet, wurde der Irrgarten 1937 bei der
großen Wiederherstellung in den Garten eingefügt. Er ist achteckig und wird von einem breiten Kiesweg
umgeben, von dem vier kleine Bosketträume abgehen. Der Irrweg selbst ist von Hainbuchenhecken umschlossen
und führt in die Mitte der Anlage zu einem Holztempel, der früher als Vogelvolière diente. Die Hecken sind
insgesamt 500 Meter lang, der kürzeste Weg zur Mitte beträgt 15 Meter.
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Irrgärten waren in der Zeit der Renaissance und des Barock beliebte Gartenelemente. Aber auch heute macht
es Spaß, den befreienden Weg zu suchen und der Gefahr des Verirrens zu entgehen. Der Irrgarten in Herrenhausen
entspricht einem Plan von 1674, der wahrscheinlich von Henri Perronet stammt. Die heutige Anlage ist erst 1937
entstanden mit 500 Meter langen Hainbuchenhecken. In der Mitte steht eine hölzerne Laube.

Steintafel


Die Steintafel links an der Mauer vor dem Haupteingang des Gartens wurde um 1720 aufgestellt und belegt, daß auch im
Zeitalter des Absolutismus herrschaftliche Gärten der Allgemeinheit zugänglich waren. Sie enthält Verhaltensregeln
für die Besucher:

Jedermann ist erlaubt sich im königlichen garten eine veränderung zu machen
gemeinen leuten wird jedoch bey leibes strafe verboten
I. keine statüen und andere freystehende sachen zu beschädigen
II. nicht nach den schwänen zu werfen oder solche auf ihren brüte=teichen zu beunruhigen
III. keine hünde mit in den garten zu nehmen
IV. die nachtigallen weder zu fangen noch zu stöhren
V. sich der bäncke bey der grossen FONTAINE nur als dann zu bedienen,
wenn solche für standes personen oder vornehmen fremde nicht nöhtig fallen
VI. der angestelleten wache, so mit dem zeichen K. an der brust versehen nicht zu trotzen.

Sonnenuhr

Um 1712 wurde vor dem Großen Parterre in der Mittelachse des Gartens eine Sonnenuhr aufgestellt. Das Schutzgitter
wurde nach einem Entwurf von Remy de la Fosse gefertigt.

Grotte

Die Grotte, 1676 nach Entwürfen des Augsburger Grottierers Michael Riggus erbaut, ist eines der ältesten Bauwerke des
Gartens. Es wurde mehrfach verändert und hat im Krieg stark gelitten. Die Innenausstattung mit Muschelwerk und
Wasserspielen ist seit langem nicht mehr vorhanden. Um 1820 erhielt die Grotte eine klassizistische Fassade.
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Die Grotte im Nordwesten des Großen Gartens wurde 1676 erbaut. Ihre drei ursprünglich mit Muscheln, Kristallen, Glas und Mineralien geschmückten Räume dienten als Ort der Verzauberung und als kühle Rückzugsmöglichkeit bei Hitze. Allerdings wurden die Ausschmückungen schon im 18. Jahrhundert entfernt und das Gebäude diente anschließend lange Zeit als Lagerraum. Nach ihrer Restaurierung zur Weltausstellung EXPO 2000 erlebte die Grotte eine zweite Geburt. Von 2001 bis 2003 ist sie nach den Plänen der Künstlerin Niki de Saint Phalle neu ausgestaltet worden. Dieses Vorhaben ist durch die Unterstützung der Allianz Umweltstiftung und die anderer Partner ermöglicht worden.

Schwanenteiche

Hier befanden sich ursprünglich vier tiefgelegene Teiche, die vom Grundwasser gespeist wurden. Fische und Schwäne
belebten sie. Bei der Gartenrestaurierung 1937 wurden die Teiche auf Parterreniveau angehoben, in Stein gefaßt und
mit Wasserspielen versehen.

Kleine Kaskade (Brunnentreppe)

Die Kleine Kaskade an der Rückfront des Gartentheaters schuf J. F. de Münter 1692. Die Hörner der Tritonen unter
den Treppenaufgängen waren einst mit den Leitungen zur Großen Fontäne verbunden. Die vor dem Wasser entweichende
Luft ließ die Hörner erklingen und kündigte das Springen der Wasserspiele an.

Lindenstück

Die beiden symmetrisch zur Mittelachse liegenden Lindenstücke bestehen aus sechs bzw. sieben Baumreihen. Die
Linden sind acht Meter hoch und in Kastenform geschnitten.

Boskettgarten

Im Boskettgarten bilden die Hecken schattige Gänge, Nischen und verschwiegene Räume. Bosketts waren für die höfische
Gesellschaft ein Platz der Vertraulichkeit, der Liebesabenteuer, aber auch der diplomatischen Intrige. Inmitten des
viergeteilten Boskettgartens steht ein Säulentempel aus Holz, der 1937 nach holländischem Vorbild errichtet wurde.
In den kleinen Innenräumen befinden sich Wasserbecken.

Denkmal der Kurfürstin Sophie / Mauerbogen

Den Abschluß der seitlichen Längsachsen bildeten ursprünglich Kabinette, Bauwerke aus Holz, die nur wenige Jahrzehnte
überdauerten; eines brannte ab, das andere war baufällig geworden und wurde abgebrochen. Im östlichen Kabinett ereilte
die Kurfürstin Sophie bei ihrem täglichen Spaziergang der Tod. Hier steht jetzt ein Denkmal von ihr. Der Bildhauer W. F.
Engelhard schuf es um 1878. An Stelle des westlichen Kabinetts wurde nach dem Krieg das Mittelstück der Schloßtreppe
von 1699 aufgestellt das einzige, was vom Schloß erhalten geblieben ist.



© www.Kleines-Fest.de - Andreas Küster / Dennis Menzel
Inoffizielle Homepage für "Kleines Fest im Grossen Garten" Hannover/Herrenhausen,
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